Vielfalt der Medienbranche: Trends & Themen

Ob Trends in der Werbevermarktung, neueste Erkenntnisse zu Lokalmedien oder Einblicke in die Marktforschung: Auch im Sommersemester 2014 lud die Juniorprofessur für Medienmanagement (Prof. Dr. Reinhard Kunz) mit Prof. Dr. Wolfgang Seufert, Dr. Ingo Knuth und Nicole Crichton wieder interessante Referenten aus Wissenschaft und Praxis ein. Hierbei kam es zu einem regen Austausch mit den Studierenden über aktuelle Themen und verschiedene Bereiche der Medienwelt.

 

Gäste von Google, ProSiebenSat.1 und der Uni Jena zeigen Vielfalt der Medienbranche

Wie das Aufgabenspektrum einer Werbevermarkterin in TV, Internet und Mobile aussieht, zeigte Frau Crichton von der SevenOne AdFactory. Aufgabe dieses Tochterunternehmens der ProSiebenSat.1 Media AG ist es, innovative und kreative Vermarktungsideen zu entwickeln. In ihrem Vortrag ging Frau Crichton insbesondere auf den Bereich „Crossmedia–Management und Vermarktung von vernetzten Kommunikationslösungen“ näher ein.

Dabei erläuterte Frau Crichton mittels zahlreicher Beispiele aus der Praxis verschiedene Maßnahmen, anhand derer Marken und Produkte wirksamer zum Rezipienten gelangen: Seien es die Steigerung der Reichweite von Werbung mittels Social Media, die Einbindung von Nutzern und der von ihnen generierten Inhalte in das Marketing oder die Erstellung von Branded Entertainment-Formaten für Werbekunden – alle Ideen werden in Kooperation mit den Kunden erarbeitet.

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Im Gegensatz dazu zeigte Dr. Seufert, Professor für Medienökonomie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, „Entwicklungstrends in der deutschen Medienwirtschaft und Folgen für die Lokalmedien“ auf. Seine zentrale Erkenntnis: Obwohl Lokalzeitungen an Werbeeinnahmen und Lesern verlieren, werden sie als unverzichtbare Quelle für Informationen aus der Region betrachtet. Damit stehen Lokalzeitungen in einem Spannungsfeld: Einerseits besteht eine Nachfrage nach deren Informationsangebot, andererseits werden ihnen immer stärker die Einnahmequellen entzogen.

Als mögliche Lösung dieses Problems nannte Prof. Seufert die Förderung von Lokalmedien zur Qualitätssicherung: Es gilt Lokalfernsehsender, lokale Online-Angebote oder eben die Lokalpresse selbst zu unterstützen. Solche Maßnahmen gibt es bereits in Nachbarländern oder einzelnen Bundesländern. Eine eventuelle Förderung durch Bund und Länder sollte aber an Auflagen geknüpft sein, wie z. B. die Steigerung der Anzahl der festen Mitarbeiter. Bei diesem Gastvortrag folgte auch Joachim Braun, Chefredakteur des Nordbayerischen Kuriers, der Einladung von Prof. Kunz. Er gab zu bedenken, dass Lokalmedien dennoch ihre journalistische Unabhängigkeit wahren müssten.

Dr. Knuth hingegen gab einen Einblick in sein Tagesgeschäft als Marktforscher bei Google Germany. Über einen Videochat aus Hamburg zugeschaltet, ging er zunächst auf die firmenspezifische Arbeitsweise in seiner Abteilung ein, ehe er Ergebnisse einer aktuellen und global ausgerichteten Mediennutzungsstudie präsentierte. Demnach ist Deutschland im internationalen Vergleich hinsichtlich Internetnutzung über Smartphones und Tablets nur im Mittelfeld der 56 betrachteten Länder. Während die Deutschen in ihrer Nutzung von sozialen Medien und Online-Videos zu den Schlusslichtern gehören, shoppen sie eifriger als viele andere Nationen online.

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